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Slow Food – Nachhaltiger Genuss

270Slow Food ist eine Non-Profit-Organisation, die in Italien im Jahre 1989 als Protest gegen die Eröffnung einer Fast Food Filiale im Herzen Roms gegründet wurde. Slow Food versteht sich als „Internationale Bewegung zur Wahrung des Rechts auf Genuss“ und verheißt uns über die Rückkehr zu einer „natürlichen“, „genüsslichen“ und „geruhsamen“ Ernährungsweise. 

Die Veränderung durch die Folgen der Industrialisierung und Globalisierung unserer Kultur kann man vor allem bei der Ernährung beobachten, die als Ursprung jeglicher Kultur und Identität gilt. Traditionelle Herstellungsmethoden werden nicht mehr angewandt und unsere Lebensmittel werden schon längst nicht mehr regional  produziert. Die globale Lebensmittelindustrie hat zu einer Vereinheitlichung des Geschmacks geführt und ist Ursprung gegenwärtiger gesellschaftlicher und umwelttechnischer Missstände.

Die Lösung dieser Probleme liegt gemäß Slow Food in der Rückkehr zu einer natürlichen Ernährung. Eine große Vielfalt an Lebensmitteln und eine Verbundenheit mit diesen stehen im Mittelpunkt. Die Herkunft der Lebensmittel ist bekannt und man isst gemeinsam im Kreis der Familie. Bewusstes Essen soll wieder im Zentrum unserer Überlegungen und unserer Handlungen stehen. Die Produktion und der Genuss sollen gut, sauber und fair sein – und ein Recht für alle Menschen, weltweit.

Slow Food übersetzt Nachhaltigkeit mit seinem Qualitätskonzept gut, sauber und fair und beschreibt dies so:
Gut ist ein alltägliches, frisches, qualitativ hochwertiges und ausgezeichnet schmeckendes Lebensmittel, das die Sinne befriedigt und Teil unserer lokalen Kultur ist. Gute Lebensmittel enthalten keine künstlichen Aromen, Geschmacksverstärker und andere industrielle Nahrungsmittelzusätze.

Ein sauberes Lebensmittel wurde im Einklang mit der Umwelt, den lebendigen Ökosystemen, in vorsorgender, verantwortungsvoller Weise hergestellt, verarbeitet, verteilt, zubereitet und konsumiert. Dabei wird die bio-kulturelle Vielfalt geschützt bzw. vermehrt und auf das Wohlergehen der Tiere sowie die Gesundheit des Menschen geachtet.

Lebensmittel sind fair, wenn sie gerechte Bedingungen und Bezahlung für die ErzeugerInnen sowie erschwingliche Preise für die VerbraucherInnen widerspiegeln. Fairness bedeutet nicht nur einen respektvollen Umgang mit unseren Mitmenschen hier und in anderen Teilen der Welt und im Hinblick auf künftigen Generationen, sondern umfasst auch eine wertschätzende Beziehung zur Natur, unserer Mitwelt entlang des gesamten Lebensmittelsystems.

Slow Food als nachhaltige, genussvolle Gegenbewegung zu Fast Food und Massenproduktion beschränkt sich aber nicht nur auf den Umweltgedanken, sondern auch auf den persönlichen Umgang mit Essen. Viel zu selten nehmen wir uns Zeit, in Ruhe eine Mahlzeit aus frischen Zutaten zuzubereiten, bewusst zu uns zu nehmen und die einzelnen Lebensmittel und Gewürze zu schmecken. Unser Tipp: Nehmen Sie sich möglichst genug Zeit, in Ruhe in einer gemütlichen Atmosphäre zu essen und genießen Sie jeden Bissen. Nehmen Sie das „slow“ in Slow Food also wörtlich und versuchen Sie auch auf mehr Besinnlichkeit und Langsamkeit bei Tisch zu achten.

Quellen:

http://www.slowfoodaustria.at/was-ist-slow-food/
http://www.foodnews.ch/news/30_trends/Slow_Food_vs_Fast_Food.html