web analytics

Zukunft der Arbeit – Erwartungen und Befürchtungen junger Leute an die Arbeit von morgen

217Wie sehen junge Leute in Ausbildung die Arbeit von morgen? Wie wollen sie (nicht) arbeiten? Welche Fragestellungen beschäftigen sie, welche Erwartungen und Befürchtungen prägen sie? Zentrale Erkenntnisse aus einem Workshop mit Jugendlichen, initiiert von der Bertelsmann Stiftung und Z_punkt The Foresight Company zum Thema „Grenzenlose Arbeitswelten 2025“ im Tagungsraum am Frauenhofer-Zentrum in Stuttgart – ein Auszug:

Selbst gefordert sein, mental und körperlich – Nicht nur Knöpfe drücken.
Was bleibt an Arbeit für den Menschen, wo intelligente Software und Maschinen am Vormarsch sind?

  • Befürchtungen: Intelligente Maschinen, Computer- und Softwaresysteme ersetzen zunehmend menschliche (Hand-)Arbeit; MitarbeiterInnen werden zu „Knöpfedrücker“; Monotonie, einseitiges Arbeiten sowie körperliche und mentale Verkrümmung entstehen. Die Abstimmung im Team nur mehr per E-Mail.
  • Erwartungen: Projektbezogenes Arbeit im Team mit persönlichem Kontakt und direktem Austausch. Der Wunsch der Jugendlichen an die Arbeit von morgen: sowohl körperlich als auch mental gefordert zu sein, bei der Arbeit nachdenken müssen und dass es auch nach wie vor Arbeit geben soll, bei der Menschen, weil sie es so wollen, auch mit der Hand arbeiten können.

Sinnerfülltes Arbeiten – Meine Arbeit soll etwas mit mir zu tun haben.
Was ist, wenn der Sinn meiner Arbeit, weil sie nicht meinen Werten, Erwartungen, Stärken, Fähigkeiten entspricht, verlorengeht, weil MitarbeiterInnen zunehmend austauschbar sind?

  • Befürchtungen: Die Identifikation mit der Arbeit, dem Produkt, der Dienstleistung und dem Arbeitgeber gehen verloren, weil MitarbeiterInnen (weil ja nur mehr „Knöpfedrücker“) austauschbar sind  – der Mensch als Individuum mit Stärken, Fähigkeiten, Bedürfnissen und Potenzialen tritt in den Hintergrund; weniger die Qualität, sondern die Quantität der Arbeit zählt.
  • Erwartungen: In der Arbeit sich als Mensch, Individuum wiederfinden. Die Arbeit sollte sinnerfüllend sein und MitarbeiterInnen die Möglichkeit bieten, persönliche Bedürfnisse und Ideen einzubringen. „Meine Arbeit muss etwas mit mir zu tun haben“. Identifikation, Teilhabe, Weiterbildung, Abwechslung, arbeiten in Teams sowie die Vereinbarkeit von Beruf mit Familie und Freizeit -das sind die Erwartungen junger Menschen an ihren Arbeitsplatz von morgen.

Gestaltungs- und Entscheidungsspielräume – Wichtig ist, dass ich die Wahl habe.
Wenn Kosten- und Rationalisierungsdenken im Vordergrund stehen, wie gestalten sich dadurch meine Entscheidungs- und Handlungsspielräume?

  • Befürchtungen: Der/die MitarbeiterIn als Marionette. Hierarchien, Vorgaben, Regeln. Enge, kaum bis kein Gestaltungs- und Entscheidungsspielraum. Ein Leben lang derselbe Bürostuhl, dieselbe Tätigkeit.  Angst vorm Versagen, Druck weltweit der Beste zu sein.
  • Erwartungen: Selbstbestimmtes Arbeiten. Die Firma unterhält verschiedene Standorte – die Möglichkeit haben, auch mal an einem dieser Standorte zu arbeiten; das Ausland und die Abwechslung reizt. Fehlertoleranz, sich ausprobieren dürfen. Transparenz, Kommunikation, Partizipation, Autonomie bei der Arbeit.

Gesundheit, Balance zwischen Arbeit und Freizeit – Nicht an die Arbeit zu denken wird immer schwieriger.
Wie gestaltet sich die Arbeit(sumgebung), um fit und gesund zu bleiben und wie lassen sich Arbeit und Freizeit abgrenzen?

  • Befürchtungen: Schnelligkeit, Flexibilität, Anpassungsfähigkeit, virtuelle (internationale) Teams, E-Mails, die unmittelbar beantwortet werden wollen, permanente Erreichbarkeit, Freizeit, die keine mehr ist, weil Berufliches besprochen wird, Burnout. „Es wird immer schwieriger nicht an die Arbeit zu denken“, sich von der Arbeit abzugrenzen, abzuschalten.
  • Erwartungen: Bewusster Ausgleich zur Arbeit. Abschalten. Freizeit genießen (dürfen), mit Familie und Freunde, durch beispielsweise Flexibilisierung der Arbeitsmodelle auf der einen Seite. Andererseits ist auch der Wunsch nach hellen Räumen und frischer Luft am Arbeitsplatz sowie Möglichkeiten für Sport und Entspannung während der Arbeit da. Das Gesundheitsbewusstsein unter den Jugendlichen ist hoch und Firmen, die ihren MitarbeiterInnen ein Fitnessstudio bieten, sind attraktiv.