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Gesundes Führen mit den 3 „V“

Studien und Veröffentlichungen von ExpertInnen belegen: Wenn es um Förderung und Erhaltung der Gesundheit von MitarbeiterInnen in Unternehmen geht, spielen Führungskräfte eine Schlüsselrolle: „Durch Ihr tägliches Handeln nehmen Führungskräfte direkt und indirekt Einfluss auf das Wohlbefinden, die Gesundheit und die Motivation ihrer MitarbeiterInnen. Gleichzeitig hat ihr Handeln auch Auswirkungen auf ihr eigenes Befinden, Ihre Gesundheit und Leistungsfähigkeit.“

Wird davon ausgegangen, dass das Handeln von Menschen einerseits von Eigeninteresse, andererseits aber auch von altruistischen Motiven geprägt ist, dann gilt es als Führungskraft das Spannungsfeld „Egoismus – Altruismus“ für sich, die MitarbeiterInnen und die Organisation bestmöglich und zum Wohle aller optimal auszuschöpfen. Für ein ethisches und gesundheitsbewusstes Führen im Spannungsfeld spielen folgende drei Verhaltenselemente eine zentrale Rolle:

  • Vorbild sein
  • Verantwortung übernehmen
  • Vertrauen schenken

Vorbild sein
Menschen und damit auch Mitarbeiter neigen dazu, sich mit Vorbildern zu identifizieren und deren Verhaltensmuster nachzuahmen. Vor allem hinsichtlich (latenter) Normen oder arbeitsbezogenen Verhaltensregeln orientieren sich MitarbeiterInnen stark an der Führungskraft. Führungskräfte nehmen bewusst oder unbewusst für ihre MitarbeiterInnen eine Vorbildfunktion wahr. Das gibt Orientierung, bekräftigt gewollte Verhaltensweisen und sichert die Gruppenzugehörigkeit. MitarbeiterInnen übernehmen (häufig unreflektiert) Verhaltensmerkmale von Führungskräften.

Die Vorbildfunktion der Führungskräfte nimmt gerade bei gesundheitsbezogenen und kulturstiftenden Maßnahmen am Arbeitsplatz einen hohen Stellenwert ein:

  • Gibt es ein freundliches Begrüßungsritual am Morgen?
  • Werden Vereinbarungen und Zusagen eingehalten?
  • Welchen Stellenwert haben Pausen? Wird in den Pausen durchgearbeitet?
  • Essen Sie im Stehen oder vor dem PC?
  • Nehmen Sie sich Zeit für Sport oder gilt es jeden Tag bis spätabends im Büro zu sitzen?
  • Werden E-Mails auch in der Nacht versendet?

Am einfachsten gesund führen sie durch vorbildliches Verhalten und Handeln; beginnend damit, dass auch Führungskräfte bei gesundheitsbezogenen Seminaren, Workshops oder Kursen teilnehmen. Denn für unmöglich wird etwas (wie beispielsweise regelmäßige Pausen) nur solange gehalten, bis jemand, idealer Weise die Führungskraft, vormacht, dass das scheinbar Unmögliche möglich ist.
Und: Positives Vorbild sein ist nicht eine Frage von Techniken und Methoden, sondern in erster Linie eine Frage der Lebenseinstellung.

Verantwortung übernehmen
Damit ist die Fähigkeit bezeichnet, die Auswirkungen des eigenen Handelns abschätzen, dafür eintreten und gegebenenfalls dagegen steuern zu können. Wussten Sie dass,

  • Schlafmangel nicht nur zu Müdigkeit, sondern auch zu Fehleranfälligkeit, Gereiztheit und inneren Unruhe führt?
  • Zu hohe Erwartungen an sich und an die Umwelt Unsicherheit, Druck und Unzufriedenheit schüren?
  • Wertschätzung und Anerkennung die Basis von Vertrauen, Motivation und Kooperation sind?

Aus Sicht der Führungsperson heißt Verantwortung übernehmen, dass Vorgesetzte auch die Pflicht haben, MitarbeiterInnen zu einem gesunden Verhalten und Handeln zu motivieren (nicht nur es selbst vorzuleben) und Rahmenbedingungen schaffen innerhalb dessen gesundes Arbeiten möglich ist.

Darüber hinaus sollten Führungskräfte ihre eigenen sowie die Leistungspotenziale und –grenzen ihrer MitarbeiterInnen kennen und bei Überschreitung der Grenzen rechtzeitig reagieren.

Vertrauen schenken
Viele Führungskräfte haben den Eindruck, ihre Mitarbeiterinnen würden sich nicht genug anstrengen. Darum kontrollieren sie. Doch genau das hat Einfluss auf die Motivation und Arbeitsleistung. Wer kontrolliert wird, weiß, dass ihm oder ihr kein Vertrauen entgegengebracht wird. Echte Leidenschaft für eine Aufgabe kann so nicht entstehen, Angst ist der Antrieb. Und Angst bedeutet Stress. Zusätzlich bedeutet Kontrolle auch Energieaufwand. Wohingegen Vertrauen den Kontrollaufwand minimiert und die Transaktionskosten senkt.

Vertrauen ist einer der wichtigsten Bausteine erfolgreicher Führung. Durch Vertrauen entstehen tragfähige Beziehungen, offene Kommunikation und eine gesunde Arbeitsatmosphäre. Wo Vertrauen herrscht, findet die Angst einen schlechten Nährboden. Und dort wo Vertrauen die Arbeitsgrundlage ist, ist Delegation möglic.  MitarbeiterInnen zeigen hohe Leistungsbereitschaft, Humor, Loyalität und Kreativität.
Vertrauen entlastet, sowohl die Führungskraft als auch den Mitarbeiter. Jedoch Vertrauen erfordert auch eine gehörige Portion Selbstvertrauen. In wie weit ist es Ihnen möglich:

  • Ihren MitarbeiterInnen Aufgaben zu übertragen, ohne ihnen dabei ständig über die Schulter zu schauen?
  • In schwierigen Situationen Dinge nicht an sich zu reißen und alles zur Chefsache zu erklären?
  • Wichtige Markt- und Kundenkontakte nicht für sich selbst zu behalten, sondern sie mit ihren MitarbeiterInnen zu teilen?

Mit bewusst positivem, vorbildlichem und wertschätzendem Handeln und Verhalten können Sie Ihren MitarbeiterInnen in guten und schlechten Zeiten Orientierung und Halt geben. Erfolgreiche und gesunde MitarbeiterInnenführung und -motivation durch Vorbild, Verantwortung und Vertrauen ist dabei nichts Gekünsteltes, sondern eine Frage der Einstellung und des authentischen Verhaltens.

Wenn Sie von Ihren MitarbeiterInnen ein bestimmtes Verhalten erwarten, dann leben Sie es ihnen doch einfach einmal vor!

Barbara M. Weber

Quelle: http://www.ethica-rationalis.org/artikel/die-drei-%E2%80%9Ev%E2%80%9C-%E2%80%93-vorbild-verantwortung-und-vertrauen-als-saulen-einer-ethischen-menschenfuhrung-2/ ;http://mitarbeiterfuehrung-online.de/mitarbeiterfuehrung/mitarbeiterfuehrung-und-mitarbeitermotivation-durch-vorbild.htmlhttp://www.zeit.de/karriere/beruf/2012-01/chefsache-vertrauen-mitarbeiter