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Flexibel durch Wandel

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Nichts ist so beständig wie der Wandel… Schlagwörter, die die Veränderungen in der Wirtschaftswelt darstellen sind z.B. Eurokrise, Klimawandel, Globalisierung oder Web 2.0. Für die speziellen Managementtechniken, die zur Steuerung der Prozesse im Rahmen vom Wandel eingesetzt werden, hat sich der Begriff „Change Management“ eingebürgert.

Change Management hilft, eine optimale Ausgestaltung des Weges vom Ausgangspunkt zum Endpunkt zu erreichen. Es geht vor allem um die Mitglieder der zu wandelnden Organisation statt wie bei der strategischen Unternehmensführung um die optimale Anpassung an die Umwelt. Die Praxis hat vielfach gezeigt, dass die Umsetzung von Wandel kein rein mechanischer Prozess ist, sondern der aktiven Unterstützung von MitarbeiterInnen mit ihren eigenen Bedürfnissen, Vorstellungen, Erfahrungen, Emotionen und Charakteren bedarf. Change Management ist nicht nur eine Sozialtechnik, sondern kann auch als spezifische Philosophie der Unternehmensführung, wie sie in dynamischen, komplexen Unternehmenswelten zunehmend erforderlich ist, bezeichnet werden.

Laut einer aktuellen Studie der Kienbaum Beratungsgesellschaft steht für rund 30 Prozent der Personaler Change Management in diesem Jahr oben auf der Agenda der Personalarbeit. Der Anspruch an Personalbereiche bei der Begleitung und Steuerung von Veränderungsprozessen steigt. In vielen Personalbereichen geht es darum, bestehende Kompetenzen weiterzuentwickeln und neue Qualifikationen aufzubauen.

Change Management sollte jedoch nicht zu strikt mit Unternehmenswandel verbunden werden, denn auch Einzelbestandteile der Unternehmen wie Sparten, Abteilungen, Produktionsstätten etc. verändern sich beständig ohne dass dies mit einer Änderung in der Gesamtstrategie einhergeht. Beispiele für Prozesse des Wandels im Großen und Kleinen sind:

  • Die vollständige Reorganisation eines Unternehmens, z.B. in Form der Unterteilung in Geschäftsfelder, die Kundengruppen oder Produktsegmente repräsentieren.
  • Die Übernahme eines Unternehmens durch einen Investor oder einem Unternehmensnachfolger.
  • Die Ausgliederung von Organisationseinheiten durch Verkauf oder Outsourcing.
  • Die Reorganisation von einzelnen Funktionsbereichen (z.B. die Neuschneidung von Vertriebsgebieten, die Zentralisierung des Einkaufs).
  • Die Einführung neuer Technologien und Prozesse im Kommunikationsmanagement, wie z.B. eine  neue Intranet Plattform oder ein neues CRM-Tool für besseres Kundenmanagement.
  • Die Veränderung oder die erstmalige Implementierung von Methoden oder Regeln, die vor allem das Personal betreffen. Beispiele wären die Änderung des Entlohnungssystems, die erstmalige Durchführung einer MitarbeiterInnenbefragung oder auch „nur“ der Umzug in ein neues Gebäude.

Für Change Management steht besonders die Berücksichtigung des „Faktor Mensch“ im Mittelpunkt. Ansatzpunkte zum Einsatz der Methoden sind:

  • Individuen: Ohne die Mitarbeit der kleinsten sozialen Einheiten der Organisation ist ein Wandel nicht möglich. Change Management bedeutet, nicht nur die Fähigkeiten an neue Herausforderungen anzupassen, sondern auch die nötige positive Einstellung gegenüber den Zielen der Veränderung zu fördern.
  • Unternehmensstrukturen: Sie umfassen die formale Aufbau- und Ablauforganisation ebenso wie Strategien und Ressourcen. Auf dem Papier scheint die Veränderung meistens einfach, die informellen Strukturen, die langfristig entstehen, sträuben sich meistens gegen Veränderungen.
  • Unternehmenskultur: Die Unternehmenskultur beinhaltet Einstellungen, Werthaltungen und informelle Regeln des Umgangs. Ein Wandel nur auf individueller oder struktureller Ebene ohne Einbeziehung der Unternehmenskultur ist oftmals mit erheblichen Problemen belastet.

Change Management ist also eine komplexe Aufgabe, die nicht nur an verschiedenen Ebenen ansetzt, sondern dabei auch unterschiedliche Bedürfnisse zusammenführen muss. Besonders wichtig ist die Betrachtung der einzelnen MitarbeiterInnen und des gesamten Unternehmens und wie die Interessen beider zu vereinbaren sind.

Quelle: 
„Change Management“, Thomas Lauer, 2014 im Springer-Verlag erschienen