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Konflikt zwischen Arbeit und Familie – Teil 3

Wie in den ersten beiden Beiträgen zu diesem Thema dargestellt, gibt es im Rahmen des Konflikts zwischen Arbeit und Familie mehrere verschiedene Arten von Ursachen, die in Belastungen in der ArbeitRessourcen in der Arbeit und in eine Gruppe von zusammengehörigen Persönlichkeitseigenschaften unterschieden werden.

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Studienergebnisse

  1. Eine ausgeprägte Überlastung von MitarbeiterInnen durch die Beschaffenheit und/oder die Anzahl von Aufgaben am Arbeitsplatz geht mit starken familiären Auseinandersetzungen einher.
  2. Demgegenüber wurde gefunden, dass ausgeprägte Spielräume und Freiheiten von MitarbeiterInnen am Arbeitsplatz mit nur geringen familiären Auseinandersetzungen korrelieren. Fazit: eine hohe quantitative und qualitative Überlastung von MitarbeiterInnen in der Arbeit kann sich negativ auf das Familienleben auswirken und hohe Autonomie von MitarbeiterInnen in der beruflichen Tätigkeit kann das Familienleben positiv beeinflussen.
  3. Etwas anders verhielt es sich in Bezug auf die Ressource soziale Unterstützung durch Vorgesetzte. In Bezug auf diese konnte nicht eindeutig gezeigt werden, daß ausgeprägte praktische Hilfe, Informationsweitergabe und emotionaler Rückhalt durch Vorgesetzte nur mit geringen familiären Auseinandersetzungen einher gehen. Fazit: es konnte nicht eindeutig bestätigt werden, dass hohe soziale Unterstützung von MitarbeiterInnen durch Vorgesetzte sich positiv auf das Familienleben auswirken kann.
  4. Bezüglich der untersuchten Gruppe von Persönlichkeitseigenschaften konnte nur teilweise gefunden werden, dass diese mit geringeren familiären Auseinandersetzungen einher gehen. Fazit: es konnte ebenfalls nicht eindeutig bestätigt werden, dass die Persönlichkeitsmerkmale positives Selbstwertgefühl, hohe Selbstwirksamkeit, internale Kontrollüberzeugung und emotionale Stabilität von MitarbeiterInnen negative Auswirkungen der Arbeit auf das Familienleben abschwächen können.
  5. Des Weiteren zeigte sich, dass hohe quantitative und qualitative Überlastung am Arbeitsplatz bei gleichzeitiger hoher Autonomie in der Arbeit oder hoher sozialer Unterstützung durch Vorgesetzte nicht mit den erwarteten geringeren familiären Auseinandersetzungen einher gehen muss. Aus diesem Grund musste die Forschungsfrage Beeinflussen Arbeitsbelastungen und Arbeitsressourcen zusammen das Erleben von Arbeits-Familien-Konflikt (Interaktionseffekte)? mit “nein” beantwortet werden.
  6. Wiederum etwas anders verhielt es sich in Bezug auf das Zusammenwirken der untersuchten Persönlichkeitseigenschaften mit Arbeitsbelastungen bzw. Arbeitsressourcen auf den Arbeits-Familien-Konflikt. Fazit: es konnte nicht eindeutig gezeigt werden, dass eine hohe quantitative und qualitative Überlastung in der Arbeit bei gleichzeitig hohen Ausprägungen in den zentralen Selbstbewertungen von MitarbeiterInnen mit geringeren familiären Auseinandersetzungen einher geht. Ebenfalls nicht eindeutig zeigte sich, dass hohe Autonomie oder soziale Unterstützung durch Vorgesetzte bei guten Werten in den untersuchten Persönlichkeitseigenschaften von MitarbeiterInnen mit geringeren familiären Auseinandersetzungen einher gehen.

Diese Ergebnisse legen einerseits nahe, dass ArbeitgeberInnen bzw. Organisationen, die ihre MitarbeiterInnen unterstützen, eine bessere Vereinbarkeit zwischen Arbeit und Familie zu erreichen, bei der Gestaltung von Arbeitsaufgaben bzw. -tätigkeiten ansetzen können. Konkret sind hierbei Überlastungen der ArbeitnehmerInnen durch zu viele und/oder zu komplizierte Aufgaben bzw. Tätigkeiten zu vermeiden bzw. zu verringern. Unabhängig davon sollten den MitarbeiterInnen weitreichende Handlungs- und Entscheidungsspielräume bei der Planung und Ausführung ihrer Tätigkeiten und zumindest teilweise umfassende Unterstützung von Vorgesetzten gegeben werden.

Zum Anderen kann zur Verbesserung der Vereinbarkeit zwischen Arbeit und Familie bei der Auswahl neuer sowie bei der Entwicklung bestehender MitarbeiterInnen angesetzt werden. Konkret sind neue MitarbeiterInnen hierbei entsprechend ihren Qualifikationen, aber auch ihrer Persönlichkeit auszuwählen und einzusetzen. Bestehende MitarbeiterInnen sollten auf Veränderungen ihrer Aufgaben bzw. Tätigkeiten durch kompetenz- und persönlichkeitsbildende Maßnahmen entsprechend vorbereitet werden. Durch ebensolche Maßnahmen ist schließlich auch die Fähigkeit von Führungskräften zum unterstützenden Umgang mit ihren MitarbeiterInnen sicherzustellen bzw. zu fördern.

Diese Empfehlungen zeigen, dass die Angebote im Talent-, Stress- und Ressourcenmanagement von AUTONOM TALENT® auch zur Vorbeugung bzw. Verringerung von Konflikten zwischen dem Arbeits- und dem Familienleben von MitarbeiterInnen beitragen können. Wie wichtig dies für Organisationen ist, zeigen Studien, die belegen, dass eine schlechte Vereinbarkeit zwischen Beruf und Familie negative Auswirkungen auf die Motivation und Produktivität von MitarbeiterInnen hat.

Quelle:"Der Einfluss von Arbeitsbedingungen und zentralen Selbstbewertungen auf das Erleben von Arbeits-Familien-Konflikt" (Diplomarbeit Claudia Kirschner, 2013)